Freitag, März 17, 2006

CeBIT 2006: Ein erster Eindruck vom ASUS P525

Autor: Marc Kersten - Datum: 17.03.2006
Kategorien: Handy / GSM / Windows CE / WM5 / ASUS

Begleitet von den misstrauischen Blicken eines taiwanischen Produktmanagers, konnten wir auf der CeBIT ASUS zweites Pocket PC Handy - nach dem nur außerhalb Europas erhältlichen P505 - einer ersten Begutachtung unterziehen. Das Erste was einem auffällt, wenn man ASUS neuen Sprössling in der Hand hält, ist sein edles bronzefarbenes Erscheinungsbild. Plastik und metallische Legierungen wechseln sich harmonisch ab, das Gerät liegt gut in der Hand und wirkt absolut hochwertig. Dass es sich hierbei um ein Vorseriengerät handelt, fällt nicht wirklich auf.

Mit 116 x 58 x 18 Millimetern (20 mm mit Ausbuchtung der Kamera), ist das Windows Mobile 5.0 Gerät nur unwesentlich größer als das bislang kleinste in Deutschland verkaufte Pocket PC Telefon, der MDA compact, welcher um acht Millimeter "den Kürzeren zieht". Dafür ist jedoch eine Ziffernwähltastatur eingebaut, die ein wenig unter der ungewöhnlichen Platzierung des Joysticks zwischen den Tasten "2" und "5" leidet. Auch an eine automatische Wortvervollständigung hat ASUS gedacht, die aber umständlicher realisiert ist als etwa bei Nokias Serie 60 Geräten. Immerhin erlaubt sie die Ergänzung um neue Begriffe durch den Anwender.

Sein 2,8 Zoll Bildschirm (mit achtstufiger Einstellung der Hintergrundbeleuchtung) kann maximal 64.000 Farben darstellen, wirkt hell, kontrastreich und brilliant. Von einem 416 Mhz Intel Xscale Prozessor angetrieben, kann das P525 per eingebautem "Overclocking Tool" zwischen vier verschiedenen Betriebszuständen wählen: "Turbo Mode", "Standard", "Power Saving" und "Automatic Accord". Unter der Haube befinden sich für die Geräteklasse übliche 64 MByte RAM (von denen noch knapp 26 MByte nach dem Systemstart verfügbar sind) und auch die 128 MByte nichtflüchtiger Speicher sind ausreichend dimensioniert (60 MByte nutzbar). Wem das nicht ausreicht kann seine Fotos, MP3s und Videos auf einer optionalen MiniSD-Karte auslagern, die es derzeit in Kapazitäten bis 2 GByte gibt.

Plakativ als VoIP-Mobiltelefon angepriesen, handelt es sich bei dem Gerät tatsächlich um ein Triband GSM Handy mit Wireless LAN Funktionalität (802.11b). Eine spezielle Software zur Internettelefonie konnten wir auf dem Gerät allerdings nicht finden. Entweder laufen die entsprechenden Prozesse automatisch und für den Benutzer unsichtbar ab, oder die entsprechende Software war noch nicht installiert. Als selbstverständlich kann heutzutage der Kurzstreckenfunk Bluetooth gelten, der eine bequeme kabellose Anbindung von Headsets und GPS-Empfängern ermöglicht. ASUS verwendet hierfür dankenswerterweise die Treibersoftware von Broadcom, mit Profilen für Visitenkartenaustausch, Tastatur, Netzwerk, Dateiübertragung, Active Sync und "High Quality Audio", was wohl der Übertragung von Stereosignalen per A2DP-Protokoll entspricht. Auch lässt sich das Gerät direkt als USB-Massenspeicher vom PC aus ansprechen.

Das eigentliche Highlight des P525 ist jedoch seine qualitativ hochwertige 2 Megapixel-Kamera, die sich angenehm von den verrauschten und unscharfen Bildern fast aller anderen Pocket PCs abhebt. Dank des (schnell arbeitenden) Autofokus gelingen auch Nahaufnahmen, wie etwa von der nur 40 cm neben dem Gerät stehenden Werbetafel. Das Vorschaubild ist farblich brilliant und zeigt selbst bei hektischen Bewegungen fast keinen Nachzieheffekt (Ghosting). Auch die Auslöseverzögerung und der Speichervorgang (bis zur Anzeige des Bildes auf dem Display) laufen für PDA-Verhältnisse sehr zügig ab. Fazit: Die mit Abstand beste Kamera in einem Pocket PC!

Man darf darauf gespannt sein, ob ASUS das P525 wie auf der CeBIT angedeutet, tatsächlich diesen Sommer auf den deutschen Markt bringen wird und wenn ja zu welchem Preis. Die Konkurrenz wird zu diesem Zeitpunkt schließlich schon mit EDGE, UMTS oder gar HSDPA aufwarten!

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