Donnerstag, März 16, 2006

CeBIT 2006: Prototypen sind dumme Typen

Autor: Marc Kersten - Datum: 15.03.2006
Kategorien: Handy / Windows CE / WM5 / HTC / T-Mobile

Wie schön sind doch Handys, die man im Laden tatsächlich bekommen kann. Man fragt den Verkäufer, was das Gerät kostet, was es kann und wie lange es durchhält und man bekommt prompt die gewünschte Antwort. Meistens jedenfalls. Bei Prototypen, wie dem HTC Hermes (bei T-Mobile Deutschland demnächst – und angeblich erst einmal exklusiv – unter dem Namen MDA Vario II erhältlich), fragt man sich auch allerhand. Nur die Antworten stellen nicht wirklich zufrieden.

Wann kommt das HSPDA-fähige UMTS-Videomobiltelefon auf den Markt? Auf der 3GSM Telekommunikationsmesse war von Mai die Rede, zur CeBIT hieß es "früher Sommer" und das Standpersonal von T-Mobile hatte offenbar Anweisung, nur noch vom "Sommer" zu reden. Sommer 2006 immerhin. Beim Prozessor dasselbe Spiel: War in ersten Internetberichten noch spekuliert worden, HTC werde bei seinem ersten UMTS/HSPDA-Handy zurück in die ausgebreiteten Arme von Intel wandern, so machte der Prototyp (Foto von pocketpcitalia.com) nun mit einem 300 Mhz Samsung-Prozessor von sich reden. Aber das könne sich durchaus noch ändern, so ein gequält lächelnder T-Mobile-Mitarbeiter.

Ob sich auch die Maße des Prototypen ändern werden ist unbekannt: Mit 111 mm ist es minimal länger als das GPRS/EDGE-fähige Vorgängermodell (HTC Wizard), die Breite von 57 mm und die Tiefe von 22 mm sind dagegen ein Schritt zu mehr Hosentaschenfreundlichkeit. Da der ominöse Prototyp im mittleren Bereich nach innen gewölbt ist, ist die "gefühlte" Tiefe sogar noch etwas geringer.

Warum die – insgesamt gut bedienbare – Tastatur im Gegensatz zu den Vorgängern so viel Platz ungenutzt lässt, beantwortete ein T-Mobile-Mitarbeiter mit seiner Hoffnung, der Raum werde am Ende durch Tasten für deutsche Umlaute aufgefüllt. Eine schöne Idee. Wenn HTC nur zugehört hätte...

Die Kamera schießt jetzt zwar mit 2 Megapixeln, zeigt im Vorschaumodus auch etwas weniger Ghosting bei schnellen Schwenks, hat aber nachwievor keinen Autofokus und selbst im Makromodus gelang keine OCR-fähige Aufnahme der nebenstehenden Gerätespezifikationen. In anderen Worten: Unschärfe und Bildrauschen wie man es von HTCs bisherigen Kameramodulen gewohnt ist.

Dass der zur CeBIT ausgestellte Prototyp des HTC Hermes nicht die einzige Designvariante bleiben wird, darf man getrost annehmen und angesichts des hellgrau-mittelgrau-dunkelgrauen Farbdurcheinanders auch hoffen. So identifiziert sich das Gerät als "HERM100" in der Gerätesteuerung, was bei der Vorgängerserie für jene Geräte mit vollflächiger Tastatur stand (Qtek, Vodafone compact II), während die Modellnummer 200 ein Hinweis auf kleine, voneinander entfernte Tasten wie bei O2s XDA Mini S und T-Mobiles MDA Vario war.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Links zu diesem Artikel:

Link erstellen

<< Zurück zur Hauptseite