Montag, März 13, 2006

CeBIT 2006: Wunder gibt es immer wieder...

Wer hätte gedacht, dass Katja Ebsteins 1970 beim Eurovision Song Contest vorgetragener Schlager auch 36 Jahre später für Ereignisse im Bereich der Informationstechnologie Gültigkeit haben würde? Verantwortlich für diese Reminiszenzen ist der koreanische Handyhersteller Samsung, der das vor über einem Jahr auf der CeBit 2005 angekündigte und zwischenzeitlich tot gesagte SGH-i750 Windows Mobile-Gerät nun doch noch auf den Markt bringt...

"Im April wird das Gerät in Deutschland erhältlich sein", so Alexander Avramidis, Samsungs Marketingleiter für Telekommunikationsprodukte, exklusiv gegenüber pdanews.de. In der zweiten oder dritten Aprilwoche werde die erste Charge die Fabriken verlassen, das Handbuch sei bereits ins Deutsche übersetzt und gehe jetzt in Druck. Allerdings werde es zunächst in geringen Stückzahlen produziert und nicht intensiv beworben, schränkt Avramidis ein.

Das GPRS- und EDGE-fähige Triband-Gerät ist Samsungs erstes GSM Pocket PC-Telefon. In den USA hat der Hersteller mit dem SCH-i730 schon seit längerem ein CDMA-Gerät mit kleiner QWERTY-Schiebetastatur im Programm. Das ebenfalls mit Schiebetechnik ausgestattete SGH-i750 hat dagegen ein handytypisches Ziffernfeld. Sollte es wie angekündigt im April auf den Markt kommen dürfte es mit 107 x 52 x 23,5 mm und mageren 158 Gramm eines der kleinsten und leichtesten Pocket PC-Telefone der Welt sein. Dafür muss der User freilich Abstriche beim Display machen: 2,4 Zoll Bildiagonale mögen für junge Adleraugen ausreichen, längere Surfsessions können jedoch zur Tortur werden.

Mit dem recht edel designten SGH-i750 kann Samsung auf zahlreiche Alleinstellungsmerkmale verweisen: Es ist das weltweit erste Pocket PC-Handy mit TV-Ausgang, das erste mit eingebauter Autofokus-Kamera (2 Megapixel) und das erste mit Visitenkarten-Erkennungssoftware (OCR). Quasselstrippen - wie aus der aktuellen T-Mobile-Werbung - wird freuen: Das Gerät hat die wohl längste Standby-Zeit aller Pocket PC-Handys (270 Stunden) und mit 4,5 Stunden auch eine mehr als ordentliche Gesprächszeit.

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. So läuft das Gerät mit dem bereits veralteten Betriebssystem Windows Mobile 2003 SE. Zwar hat sich Samsung – wenn man einem ersten Test des Gerätes glauben mag – einige Mühe gegeben, diesen Nachteil durch eigene Softwareanpassungen und spezielle Hardwaretasten auszugleichen, an die intuitive einhändige Benutzerführung in Windows Mobile 5.0 kommt das i750 dennoch nicht heran. Und man stelle sich mal vor, ein Hersteller würde heute noch PCs mit Windows 98 verkaufen... Man habe nicht mehr mit dem Marktstart warten wollen, da einige Großkunden bereits hunderte Exemplare geordert hätten und diese keinen so großen Wert auf das neue Betriebssystem legten. Eine Anpassung hätte eine weitere Verzögerung bis in den Sommer hinein bedeutet, so Avramidis gegenüber pdanews.de. Auf die Frage, ob es für das Gerät ein Softwareupdate auf WM5 geben werde, antwortete er mit einem deutlichen "Nein"!

Dennoch eröffnet das Gerät interessante Anwendungsmöglichkeiten: So kann man Powerpoint-Präsentationen auf einen Beamer ausgeben oder sich einen Transatlantikflug mit einer Videobrille und formatfüllenden Hollywoodblockbustern versüßen, wenn das Film-Angebot an Bord uninteressant oder nicht aufregend genug ist.

Weitere Pluspunkte: Trotz Windows Mobile 2003 SE lassen sich Stereo-Bluetooth-Kopfhörer anschließen und das praktischerweise oben angebrachte Infrarot-Modul ermöglicht dank mitgelieferter Fernsteuerungssoftware (mit Lernfunktion) die Bedienung des heimischen Fernsehers und anderer Unterhaltungselektronik. Sämtliche Produkteigenschaften lassen sich auf der portugiesischen Samsung-Website nachlesen.

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